Vielfalt in Identität verwandeln: Das Rebranding von Recomendacast

Rebranding und visuelles System für einen Popkultur-Podcast mit Fokus auf Empfehlungen abseits des Mainstreams. Ziel des Projekts war es, thematische Vielfalt in eine wiedererkennbare, skalierbare und konsistente Identität über digitale Plattformen hinweg zu übersetzen.

Branding

Visual System

UX/UI Design

Team

Zwei Personen

Rolle

Designerin

Verantwortlichkeiten

Branding, Art Direction, visuelle Strategie, Designsysteme, Social-Media-Templates, Website-UX und Informationsarchitektur.

Problem

Recomendacast wurde 2019 mit einem anderen Ansatz gegründet: kurze Episoden, ein Solo-Host-Format und vielfältige Popkultur-Empfehlungen innerhalb derselben Folge.

Trotz des einzigartigen Konzepts gelang es dem Podcast nicht, dieses Alleinstellungsmerkmal in Wiedererkennung der Marke umzuwandeln. Die bestehende visuelle Identität vermittelte die Persönlichkeit des Projekts nicht ausreichend und erschwerte eine konsistente Präsenz auf der Website, Streaming-Plattformen und Social Media.

Die grösste Herausforderung bestand darin, eine Identität zu entwickeln, die Vielfalt repräsentieren kann, ohne an Wiedererkennbarkeit zu verlieren.

Herausforderungen

  • Fehlende Markenwiedererkennung
  • Inkonsistente Identität über verschiedene Plattformen hinweg
  • Flexible Episodenformate
  • Langsame Content-Produktion
  • Geringe Auffindbarkeit der Inhalte

Strategie & Recherche

Die Recherche konzentrierte sich auf Referenzen, die mit Vielfalt, Wissen und einer starken symbolischen Präsenz verbunden sind. Ziel war es, einen visuellen Archetyp zu finden, der kulturelle Vielfalt repräsentieren kann, ohne die visuelle Konsistenz zu beeinträchtigen.

Während des Moodboard-Prozesses — entwickelt in Zusammenarbeit mit einem Journalisten, der an Spezialfolgen beteiligt war — entstand die Idee, eine facettenreiche Figur als konzeptionelle Grundlage der Identität zu verwenden.

Diese Richtung übersetzte die zentralen Eigenschaften des Podcasts visuell:

  • Themenvielfalt
  • Breite kuratorische Auswahl
  • Kulturelle Entdeckung
  • Starke persönliche Handschrift
  • Gefühl von Repertoire und Wissen

Dieser Ansatz half ausserdem dabei, das Projekt von vielen unabhängigen Podcasts abzuheben, die häufig ausschliesslich auf Porträts der Hosts als zentrales Branding-Element setzen.

Lösungen

1. Eine als visuelles System entwickelte Identität

Die neue Identität wurde rund um eine individuelle Illustration aufgebaut, die sowohl als zentrales Markenelement als auch als flexibles Asset für unterschiedliche digitale Formate funktioniert.

Die Figur repräsentiert Vielfalt und kulturelle Kuratierung. Die mehreren Arme — jeweils mit einem Objekt, das ein bestimmtes Thema repräsentiert — verstärken visuell die Diversität der Empfehlungen im Podcast.

Neben der Stärkung der persönlichen Identität des Projekts entstand dadurch eine einprägsamere und flexiblere Marke für zukünftige Anwendungen.

2. Skalierbarkeit über verschiedene Plattformen hinweg

Im digitalen Umfeld musste die Marke gleichzeitig auf mehreren Kanälen funktionieren:

  • Streaming-Plattformen
  • Social Media
  • Website
  • Episoden-Thumbnails

Dafür wurde ein Markensystem mit drei Hauptvarianten entwickelt:

  • Vollversion für Plattformen und grössere Formate
  • Badge-Version für mittlere Anwendungen
  • Avatar-Version für kleinere Formate und Social Media

Diese Struktur gewährleistete Wiedererkennbarkeit auch in kleinen oder schwer lesbaren Formaten.

3. Ein Content-orientiertes visuelles System

Eine der grössten Herausforderungen war die strukturelle Vielfalt der Episoden. Die Anzahl der Empfehlungen variierte ständig, wodurch konsistente Templates schwer umzusetzen waren.

Zur Lösung wurde eine retrospektive Analyse der veröffentlichten Inhalte durchgeführt:

  • 51 % der Episoden enthielten zwei oder drei Empfehlungen
  • 32 % waren Spezialfolgen mit Gästen und spezifischen Themen
  • 17 % entsprachen experimentellen oder weniger wiederkehrenden Formaten

Basierend auf diesen Mustern wurde ein modulares Layout-System für Episoden mit zwei, drei und vier Empfehlungen entwickelt.

Dieser Ansatz ermöglichte:

  • Visuelle Konsistenz
  • Schnellere Produktionsprozesse
  • Flexibilität für neue Formate
  • Sofortige Wiedererkennbarkeit auf Social Media
4. Content Discovery & Website-UX

Tests zeigten, dass Hörer:innen selten nach konkreten Episodentiteln suchten. Die Entdeckung neuer Inhalte erfolgte hauptsächlich über Interessen, Emotionen, Themen oder Medienarten.

Erste Ansätze mit klassischer textbasierter Suche zeigten geringe Performance und passten nicht zum tatsächlichen Nutzerverhalten.

Die Lösung bestand darin, die suchzentrierte Navigation durch ein Filtersystem mit Tags zu ersetzen, beispielsweise:

  • Inhaltstyp
  • Gefühle und „Vibes“
  • Spezialfolgen
  • Recaps

Diese Änderung orientierte die Navigation stärker an den mentalen Modellen der Nutzer:innen und förderte eine tiefere Erkundung des Katalogs.

Ergebnis

Innerhalb der ersten drei Monate nach dem Rebranding:

+ 700

Website-Besuche

12%

mehr Spotify-Follower:innen

~400

Episoden-Downloads

31%

Wachstum bei den Plays

Nach einem Jahr:

63%

mehr Website-Traffic

44%

mehr Plays auf Streaming-Plattformen

49%

Wachstum bei den Downloads

Visuelle Arbeiten

← Dr. Karla Lara